Der Neuropädiater José Salomão Schwartzman löste in Brasilien eine Kontroverse aus. Ihm zufolge könnte der Anstieg der Autismusdiagnosen dazu führen, dass Menschen, die einfach nur nicht besonders gesellig sind, mit tatsächlichen Fällen von Autismus der Stufe 1 verwechselt werden, und er warnt, dass die Grenze zwischen beidem ohne genetische oder neurobildgebende Untersuchungen zu schmal sei.

Für manche hat er recht: Er warnt vor einem System, das Menschen zu schnell und ohne ausreichende wissenschaftliche Strenge etikettiert. Für andere verharmlosen seine Worte Diagnosen, für deren Erhalt viele Familien Jahre gebraucht haben, und stellen die tatsächlichen Erfahrungen autistischer Menschen infrage.

Ist dies eine notwendige Kritik am Fehlen objektiver Tests oder eine Methode, legitime Diagnosen zu delegitimieren?
