Man sagt, der schlimmste Schmerz einer Mutter sei der Verlust eines Kindes. Aber stell dir vor, du verlierst eines, ohne jemals wirklich eines gehabt zu haben. Oder schlimmer noch: Du hast geglaubt, Mutter zu sein und dass dieses ganze Leben existierte … obwohl es in Wahrheit nur in deinem Kopf stattfand.
Das passierte einer Teenagerin namens Clélia Verdier, die drei Wochen in einem künstlichen Koma lag und sich beim Aufwachen fühlte, als wären ihr ganze Jahre entrissen worden. Während ihr Körper in einem Krankenhausbett lag, hatte ihr Geist ein anderes Leben für sie erschaffen.

In diesem Leben war sie 7 Jahre lang die Mutter von Drillingen gewesen. Sie hatte die Schwangerschaft erlebt, die Geburt, sie in ihren Armen gehalten und sogar den Tod eines von ihnen kurz nach der Geburt erlitten. Für jeden mag es wie ein seltsamer Traum klingen, aber für sie fühlte es sich nicht so an.
Als sie aufwachte, musste sie sich einer sehr harten Wahrheit stellen: Sie war nie schwanger gewesen, hatte nie entbunden, und ihre Töchter existierten nicht. Trotzdem war die Bindung, die sie zu ihnen empfand, für ihren Geist real, und ebenso die Trauer.

Deshalb brauchte sie eine Therapie. Nicht nur, um zu verstehen, was während des Komas geschehen war, sondern auch, um den Verlust einer Familie zu verarbeiten, die außerhalb ihres Kopfes nie existiert hatte, die sich für sie aber jahrelang wie ihre eigene angefühlt hatte.
