Timmy gelangte am 3. März 2026 in die deutsche Ostsee, als wüsste sie nicht, dass das nicht ihr Ozean war. Ein 13 Meter langer Buckelwal, weit entfernt vom Atlantik, mit Resten eines Fischernetzes im Maul und von der geringen Salinität des Wassers aufgerissener Haut. Ganz Deutschland hielt an, um sie zu beobachten.

Was dann folgte, war außergewöhnlich: Straßenproteste, digitale Verschwörungstheorien, Drohungen gegen Tierärzte und eine nationale Debatte, die das Land in zwei Lager spaltete. Angesichts des offiziellen Nichtstuns beschlossen Walter Gunz — Mitgründer von MediaMarkt — und die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die Operation selbst zu finanzieren. Sie trugen kilosweise Zinksalbe auf ihre Haut auf, luden sie auf einen gefluteten Lastkahn zwischen zwei Pontons und setzten sie am 3. Mai mit einem GPS-Sender in der Nordsee aus. Die Welt applaudierte.

Acht Tage später wurde Timmy tot vor der dänischen Insel Anholt gefunden. Sie trieb zwei Wochen lang vor der Küste, bevor das Unternehmen Daka Denmark am 9. Juni ihr endgültiges Schicksal bestätigte: Biodiesel und Knochenmehl. Nach EU-Vorschriften sind Wale Abfall der Kategorie eins. 🐋

