Orlando Gill, ein 26-jähriger paraguayischer Torwart, verkaufte buchstäblich alles, was er hatte, um seinen neugeborenen Sohn zu retten. Sein U-20-Trikot, seine Fußballschuhe, seine Vereinskleidung: Alles ging in andere Hände über, um Lautaros medizinische Kosten zu bezahlen, nachdem er im Dezember 2022 nach einer Notoperation, die das Leben seiner Frau Melissa Ávalos in Gefahr brachte, zu früh geboren worden war.

Zu dieser Zeit hatte Gill kaum zwei Profispiele bestritten. Ein Jahr später gab ihm San Lorenzo de Almagro auf Leihbasis eine Chance, und was folgte, war ein stiller Aufstieg: Reserveteam im Jahr 2024, Stammspieler im Jahr 2025 und eine Berufung durch Gustavo Alfaro, die im vergangenen September zu seinem Debüt für Paraguays A-Nationalmannschaft führte.

Gill hielt zwei Elfmeter und bescherte Paraguay damit den Sieg im Elfmeterschießen gegen Deutschland sowie das Ticket für das Achtelfinale. Derselbe Mann, der seine Kleidung verkaufte, um seine Familie zu retten, trägt nun den Traum eines ganzen Landes von der Weltmeisterschaft auf seinen Schultern.
