Turteltauben sind ein Synonym für Romantik; es ist kein Zufall, dass verliebte Paare als „Turteltauben“ bezeichnet werden. Hinter ihrem Ruf, enge, monogame und leidenschaftliche Paare zu bilden, hat die Wissenschaft jedoch entdeckt, dass selbst diese Beziehungen in einer „Scheidung“ enden können.
Ein Team unter der Leitung von Yiqing Chen und Yang Liu von der Sun-Yat-sen-Universität analysierte Daten über Turteltauben und 185 weitere Arten monogamer Vögel und stellte fest, dass sich viele Paare von einem Jahr zum nächsten trennten.


Und obwohl man meinen könnte, dass der Tod eines Partners der Hauptgrund dafür ist, dass diese Vögel sich erneut verpaaren, fand die Studie einen weitaus ungewöhnlicheren Zusammenhang.
Einer der Hauptgründe war die Promiskuität der Männchen, die mit höheren Trennungsraten verbunden war. Vögel, die längere Wanderungen unternehmen, wiesen ebenfalls höhere Raten von „Scheidungen“ auf.
Mit anderen Worten: Hinter dem Anschein einer stabilen Beziehung gibt es auch Raum für Eifersucht, Untreue und eine gute Dosis passiv-aggressiven Verhaltens. In der Welt der Turteltauben werden manche Beziehungsprobleme buchstäblich mit Schnabelhieben gelöst. Und ehrlich gesagt scheint das gar nicht so anders zu sein als manche menschlichen Beziehungen.
Man könnte aber sagen, dass Turteltauben auch toxisch und vielleicht etwas besitzergreifend sind. Sobald ein Paar bereits etabliert ist, sind die Männchen gegenüber anderen Weibchen, die nicht ihre Partnerin sind, besonders aggressiv. In vielen Fällen jagen und weisen sie diese ab, während sie Verhaltensweisen wie Gefiederpflege und Nestbau ihrer Partnerin vorbehalten.
Von nun an muss jeder, der den Ausdruck „sie sind zwei Turteltauben“ verwendet, sich bewusst sein, dass damit möglicherweise eine toxische Beziehung gegenseitiger Abhängigkeit beschrieben wird.
