Guadalupe Asunción Valdés Osorio sagte es unverblümt.

Diese Spezialistin des Nationalen Instituts für Strafwissenschaften der UNAM schlägt etwas vor, das wie juristische Science-Fiction klingt: Die Vergiftung eines Flusses, die Abholzung eines Waldes oder das Aussterbenlassen einer Art sollten nicht länger lediglich mit einer Geldstrafe geahndet werden, sondern zu einer Straftat werden, die sogar vor dem Internationalen Strafgerichtshof oder dem Internationalen Gerichtshof verhandelt wird. Sie nennt es Ökozid und definiert es als Schäden an Luft, Boden oder Wasser, die so schwerwiegend sind, dass sie in ganzen Bevölkerungsgruppen Todesfälle oder dauerhafte Krankheiten verursachen können.

Ein weiterer UNAM-Wissenschaftler, Gerardo Torres Salcido, geht noch weiter: Er glaubt, dass dieses Umweltverbrechen dem Völkermord nahekommen kann, weil es Gemeinschaften vertreibt und diejenigen gefährdet, die das Land verteidigen. Mexiko versuchte bereits 2018, 2020, 2021 und 2023, es gesetzlich zu regeln, jedoch ohne Erfolg auf Bundesebene. Nur Mexiko-Stadt, Jalisco und Chiapas wagten es, es als Straftat einzustufen. Der Rest des Landes wartet noch immer.

