6:30 Uhr morgens. Einfach nur ein weiterer Freitag in einem Viertel von Boston. Bis der Klang von Dudelsäcken die Stille durchbrach.

Mike Morrison, ein Anwohner, öffnete die Tür und fand etwas vor, womit im Leben kein Nachbar rechnet: eine Gruppe schottischer Fans in Kilts, die traditionelle Musik vor einem mit Flaggen bedeckten Haus spielten, als würde das ganze Viertel zur Tartan Army gehören. Er filmte alles. Das Video ging natürlich sofort viral. Und die Schotten kamen nicht allein: Schätzungsweise 30.000 Fans reisten nach Massachusetts zum Debüt ihrer Nationalmannschaft bei der WM 2026, ihrer ersten seit 28 Jahren. Boston hörte auf, Boston zu sein, und wurde offiziell zu ‘Mini-Schottland’.

Das Beste daran ist, dass die Geschichte für sie ein Happy End hat. Am 13. Juni besiegte Schottland in Foxborough Haiti mit 1-0 durch ein Tor von John McGinn und beendete damit eine 36-jährige sieglose Serie bei Weltmeisterschaften. Sogar die Polizei von Boston ließ sich davon mitreißen: Ein Beamter zog das schottische Trikot an, und ein anderer jonglierte vor den Fans mit einem Ball, in Videos, die ebenfalls über den offiziellen Account des Departments viral gingen. Falls sich irgendein Nachbar über den Dudelsack-Weckruf beschwert hat, hat er jetzt kein Argument mehr.
