Der Besuch des kolumbianischen Präsidenten Abelardo De La Espriella in Buenaventura, einem der vom Erdbeben betroffenen Gebiete des Landes, wurde von der Beschwerde eines Bewohners geprägt, der die Prioritäten der während des Notfalls geleisteten Hilfe infrage stellte.
Der Mann näherte sich dem Präsidenten und sagte einen Satz, der sich schnell in den sozialen Medien verbreitete:
„Wir brauchen Dächer, keine Bälle“.

Der Bewohner forderte, dass die Aufmerksamkeit auf die Bedürfnisse der Familien gerichtet werde, die ihre Häuser verloren haben oder deren Häuser beschädigt wurden. Er forderte außerdem Wasser, Lebensmittel, medizinische Versorgung und Materialien zum Wiederaufbau der betroffenen Häuser.
Die Beschwerde kam auf, nachdem Bilder geteilt worden waren, die De La Espriella beim Verteilen von Fußbällen während seines Besuchs in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten zeigten. Dies löste in den sozialen Medien Kritik darüber aus, ob diese Art von Hilfe inmitten des Notfalls Priorität haben sollte.
Die Lage in Buenaventura bleibt komplex. Das Erdbeben verursachte Schäden an Häusern, Schulen und Straßen, während viele Familien weiterhin Hilfe benötigen.
Die Regierung betont ihrerseits, dass die Bälle nicht die gesamte Hilfe darstellen, die in das Gebiet geschickt wurde, und erklärt, dass neben der Vorbereitung von Maßnahmen für Familien ohne Unterkunft auch Medikamente, medizinisches Material und Gesundheitspersonal verteilt wurden.
Doch das Video der Beschwerde löste eine Diskussion aus, die schnell über die sozialen Medien hinausging:
Was sollte Priorität haben, wenn eine Gemeinschaft gerade alles verloren hat: ein Ball oder ein Dach?
