Vinícius Júnior weiß, wie es ist, mitten in einem Stadion zu stehen und Beleidigungen von den Rängen zu hören. Er hat das in Spanien erlebt, es öffentlich angeprangert und weitergespielt. Doch diesmal entschied er, dass Empörung allein nicht ausreichte.

Am 13. Mai, dem Datum, an dem Brasilien der Abschaffung der Sklaverei gedenkt, kündigte der Stürmer von Real Madrid die Gründung des „Anti-Rassismus-Büros“ an: einer kostenlosen Rechtsberatungsstelle, die mit seinem Instituto Vini Jr. verbunden ist und Menschen, die diese Art von Diskriminierung erlitten haben, rechtliche Beratung und Unterstützung bieten wird, mit besonderem Fokus auf Fälle im Sport und im Bildungswesen. Die Wahl des Tages war kein Zufall. Für Vinícius ist der 13. Mai 1888 nicht nur Geschichte: Er ist der Ausgangspunkt einer Schuld, die Brasilien noch immer begleicht.

Die zentrale Botschaft des Projekts ist ebenso einfach wie kraftvoll: Opfer sind nicht allein und müssen sich dem System nicht ohne Hilfe stellen. Jemand, der aus den Favelas von São Gonçalo in die Stadien Europas kam, verstand, dass seine Plattform für etwas mehr dienen konnte, als Tore zu schießen.

