Dayana Patiño spülte in ihrer Wohnung im achten Stock in La Guaira, Venezuela, gerade Geschirr, als das Gebäude zu beben begann. Sie rannte los, um Juan David, ihren gerade einmal 18 Tage alten Sohn, festzuhalten, eine Sekunde bevor alles einstürzte.

Sie war unter dem Beton eingeschlossen, ihr linkes Bein eingeklemmt und ihre Schläfe gegen einen Felsen gepresst. In völliger Dunkelheit berührte sie immer wieder die Nase des Babys, um seinen Atem zu spüren. „Solange er am Leben war, würde ich es auch sein“, sagte sie. Diese Gewissheit war das Einzige, was sie stundenlang wach und aufmerksam hielt.
Ihre Rettung kam, als sie hörte, wie ihr Bruder zwischen den Trümmern ihren Namen rief. Sie sammelte ihre letzten Kräfte, um zu antworten, und er hielt sein Versprechen: Er ging nicht weg, bis er sie herausgeholt hatte. Heute ist Juan David zu einem Symbol der Hoffnung für ein Land geworden, das bei dem doppelten Erdbeben mehr als 2,200 Menschen verloren hat.
