Raj Chhetri hörte im Tunnel Nr. 3 ein seltsames Geräusch und bat darum, hinausgehen zu dürfen. Sein chinesischer Vorgesetzter sagte ihm, er solle warten, und meinte, er werde nachsehen. Er kehrte nie zurück.

Minuten später strömte eine Flut aus Wasser, Schlamm und Geröll in den Tunnel des Wasserkraftprojekts Trishuli-3A im Distrikt Rasuwa, Nepal, und riss Fahrzeuge, Werkzeuge und die fast 265 Arbeiter mit, die darin eingeschlossen waren. Es war der 26. August 2026, und das Geräusch, das Chhetri gehört hatte, war erst der Anfang einer Katastrophe, die im ganzen Land bisher mehr als 750 Tote und mehr als 3.000 Vermisste gefordert hat, laut Al Jazeera. Darunter 933 Arbeiter an Wasserkraftprojekten.

Chhetri überlebte und schilderte seine Sicht: Er glaubt, viele dieser Todesfälle hätten vermieden werden können, wenn die chinesische Seite des von Power China Corporation beaufsichtigten Projekts eine Frühwarnung herausgegeben hätte. Niemand hat seine Darstellung offiziell bestätigt, doch die Frage, die er in Nepal unbeantwortet zurückließ, ist einfach: Warum war der Mann, der sagte: „Ich werde nachsehen“, der einzige, der rechtzeitig herauskam?
