Patrice Evra bewahrte dieses Geheimnis jahrelang. Er enthüllte es erst in seiner im Januar 2022 veröffentlichten Autobiografie „I love this game“.

Es geschah während eines Juventus-Flugs in der Saison 2014-15. Evra ging zur Flugzeugtoilette und fand Fernando Llorente weinend auf dem Sitz in der letzten Reihe. Er befürchtete das Schlimmste: eine Familientragödie. Doch die Wahrheit war eine andere: Der spanische Stürmer weinte beim Anschauen eines Films – etwas, das ihm schon einmal passiert war. Fassungslos erzählte Evra Carlos Tévez unter vier Augen davon. Der Spott war damit nicht vorbei.

Als sie aus dem Flugzeug stiegen, wurde das Necken vor der gesamten Kabine öffentlich. Und dieser Moment war laut Evra selbst entscheidend: Der ständige Spott seiner Mitspieler trieb Llorente dazu, Juventus im August 2015 zu verlassen und zu Sevilla zu wechseln. Der Franzose räumt es heute unverblümt ein: Es handelte sich um Mobbing, das als Scherz getarnt war, angeheizt von der toxischen Männlichkeit, die in Fußballkabinen vorherrscht.
