Yayoi Kusama war kaum dreißig Jahre alt, als der Hunger buchstäblich wurde.

Sie war allein in New York angekommen, ohne Geld und ohne Sprachkenntnisse, entschlossen, einem Japan zu entkommen, das — in ihren eigenen Worten — „voller Verachtung für Frauen“ war. Die Stadt, die sie zu erobern träumte, gab ihr zunächst nichts: Sie verbrachte drei Tage, ohne einen Bissen zu essen. Später sagte sie, als sie bereits eine etablierte Künstlerin war, dass sie sogar die Krümel aß, die die Tauben auf dem Gehweg fallen ließen, weil sie sich nichts anderes leisten konnte.

Niemand hätte sich vorstellen können, als sie in einem Plaza kniete und Essensreste aufsammelte, dass ihre Jahrzehnte später entstandenen Kürbisse mit Polka-Dots Museen auf der ganzen Welt füllen würden und dass eines ihrer Gemälde für fast 8 Millionen Dollar verkauft werden würde. Kusama starb im Alter von 97 Jahren in Tokio, doch dieser Hunger aus ihrer Jugend verschwand nie aus ihrer Geschichte: Er war der stille Preis einer Obsession, die später die ganze Welt bewundern lernen würde.


