Isaac Wright Jr. war 26 Jahre alt und verbüßte eine lebenslange Haftstrafe, als er entschied, dass das Gesetz sein einziger Ausweg sein würde. Er hatte keinen Anwalt, der ihn retten konnte, kein Geld, keinen Einfluss. Er hatte eine Zelle, Gesetzesbücher und die Gewissheit, dass er 1991 in New Jersey nach dem sogenannten Drug-Kingpin-Gesetz zu Unrecht verurteilt worden war.

Was er von innen heraus tat, war methodisch und außergewöhnlich: Er studierte das Recht auf eigene Faust, begann, Berufungen für andere Häftlinge vorzubereiten, und entdeckte dabei konkrete Mängel in den Anweisungen, die Geschworene in „Kingpin“-Fällen erhielten. Diese Mängel erwiesen sich letztlich als der Hebel, der seine eigene Verurteilung aufhob. Die Untersuchung deckte auch Staatsanwalt Nicholas Bissell auf, der Absprachen über Strafmilderung verschwiegen und falsche Aussagen präsentiert hatte. Bissell floh vor den Bundesbehörden und starb 1996 als Flüchtiger. Der Richter in dem Fall, Michael Imbriani, wurde seines Amtes enthoben und Jahre später wegen Korruption inhaftiert.

Wright wurde 1997 freigelassen. Er schloss 2002 sein Studium an der Thomas Edison State University ab und erwarb 2007 seinen Juraabschluss an der University of St. Thomas. Die Anwaltskammer von New Jersey ließ ihn weitere neun Jahre warten, bevor sie ihm seine Zulassung erteilte, die schließlich 2017 kam. Seine Geschichte inspirierte die von 50 Cent produzierte ABC-Serie For Life. Heute praktiziert er als Anwalt in demselben System, das einst versucht hatte, ihn auszulöschen.
