Glücksspielsucht: Hilfe und Beratungsstellen in Deutschland

Por Antonia Osses
27 November, 2025

Glücksspielsucht: Hilfe und Beratungsstellen in Deutschland

Glücksspielsucht gilt in Deutschland offiziell als anerkannte Erkrankung und ist im ICD-10 unter dem Code F63.0 klassifiziert. Schätzungen zufolge sind hierzulande zwischen 200.000 und 300.000 Menschen pathologisch spielsuchtig, während weitere rund 1,5 Millionen ein riskantes Spielverhalten zeigen. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, da viele Betroffene aus Scham keine professionelle Hilfe suchen. Dabei ist der Weg aus der Sucht kein aussichtsloser – ein gut ausgebautes Netz aus Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Therapieangeboten steht allen Ratsuchenden offen. Ausführlichere Infos finden Sie unter casino ohne monatslimit.

Besonders gefährdet sind Männer zwischen 18 und 35 Jahren sowie Personen mit psychischen Vorerkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen. Auch die zunehmende Verfügbarkeit von Online-Glücksspielen rund um die Uhr hat das Risiko einer Abhängigkeit in den vergangenen Jahren spürbar erhöht. Die gute Nachricht: Je früher Betroffene Unterstützung annehmen, desto besser sind die Chancen auf einen dauerhaften Ausstieg.

Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige

Die wichtigste erste Adresse ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Sie betreibt die kostenlose und anonyme Telefonberatung unter der Nummer 0800 1 37 27 00. Geschulte Beraterinnen und Berater sind rund um die Uhr erreichbar und geben erste Orientierung – ohne Druck, ohne Verpflichtung. Ergänzend bietet die BZgA eine Online-Beratung per E-Mail und Chat an.

Daneben existieren deutschlandweit über 1.000 Suchtberatungsstellen, die in kommunaler oder freier Trägerschaft betrieben werden. Träger wie die Caritas, die Diakonie, der Blaue Kreuz oder die Arbeiterwohlfahrt unterhalten eigene Fachambulanzen für Glücksspielsucht. Diese Stellen arbeiten in der Regel kostenlos, unterliegen der Schweigepflicht und beraten auch Angehörige.

Ein weiterer wichtiger Baustein sind die Landesfachstellen für Glücksspielsucht, die es in nahezu jedem Bundesland gibt. Sie koordinieren Prävention, vernetzen Hilfsangebote und stellen Informationsmaterial für Betroffene, Familien und Fachkräfte bereit. Wer unsicher ist, welche Stelle zuständig ist, kann sich an die Suchthilfe-Auskunft der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) wenden.

Therapieformen und der Weg aus der Abhängigkeit

Die Behandlung einer Glücksspielsucht erfolgt meist ambulant. Eine kognitive Verhaltenstherapie hat sich in Studien als besonders wirksam erwiesen: Rund 60 bis 70 Prozent der Behandelten zeigen nach Abschluss der Therapie eine deutliche Verbesserung ihres Spielverhaltens. In schweren Fällen kann eine stationäre Entwöhnungstherapie sinnvoll sein, die zwischen sechs und zwölf Wochen dauert und häufig in Fachkliniken für Suchterkrankungen stattfindet.

Ergänzend spielen Selbsthilfegruppen eine zentrale Rolle. Organisationen wie die anonymen Spieler oder das Blaue Kreuz bieten regelmäßige Treffen an, in denen Betroffene Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig stützen. Der Austausch mit Gleichgesinnten wirkt oft entlastend und erhöht die Motivation, dauerhaft abstinent zu bleiben.

Angebot Kontakt Kosten
BZgA-Telefonberatung 0800 1 37 27 00 kostenlos, anonym
Suchtberatungsstellen vor Ort kostenlos
Landesfachstellen je Bundesland kostenlos
Selbsthilfegruppen regional kostenlos

Auch präventive Maßnahmen nehmen zu: Seit der Einführung des Glücksspielstaatsvertrags sind Anbieter verpflichtet, Spieler zu schützen, Limits anzubieten und Sperrdateien wie OASIS zu nutzen. Wer sein Spielverhalten selbst sperren lassen möchte, kann sich kostenlos in das bundesweite Sperrsystem eintragen lassen. Der Weg aus der Spielsucht beginnt häufig mit einem einzigen Anruf – und endet selten ohne professionelle Begleitung.

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